Freitag, 25. November 2016

Statistik

Liebe Freunde, Kokettierungspartner, Freunde!
Wir haben die Helden unserer Reise nach ihren jeweiligen Favoriten gefragt und das sind resumierend ihre Antworten:

Lieblingsstadt an der Loire:
Anton: Blois, Beaurgency, Nantes
Kathi: Blois,Nantes, Tours
Paul: Nantes, Blois, Tours
Mo: Blois,Nantes, Ambois

Lieblingslandschaft:
Kathi: Zwischen Saumur und Angers
Paul: Zwischen Tour und Saumur
Mo: Zwischen Blois undTours
Anton: Louet

Lieblingsessen:
Kathi:Calamari
Mo: Fischli und Calamari
Paul: Calamari und Fischli
Anton: Muscheln mit Pommes

Lieblingscampingessen:
Mo: Chilli con Cane, Thunfisch, Grillen
Kathi: Chilli con Cane, Thunfisch, Grillen
Paul: Grillen, Sahnesoße, Chilli con Cane
Anton: Chilli con Cane, Grillen, Thunfisch

Bester Wein:
Mo: halbtrocken Vouvray
Paul: halbtrocken Vouvray
Anton: halbtrocken Vouvray
Kathi: halbtrocken Vouvray

Schoenste Momente:
-Nach der Rettung auf Jemarcs Boot Cafe   zu trinken
-Verabschiedung von Valerie
-Tours am Flussufer
-Einkaufsladen beladen
-Paul verliert Schuhe im Moor
-Mo laesst seine Box ins Wasser fallen
-Wattwanderungen

Donnerstag, 29. September 2016

22. 8. Besser spät als nie

Es viele unschöne Dinge, die man seinen zahlreichen Mitreisenden im Fernbus wünscht, wenn sie einem jegliche Chance auf Schlaf geraubt haben, indem sie sich wahlweise durch Schnarchen, Laute Gespräche oder intensiv riechende Extremitäten auszeichnen. Ein wenig gerädert erreichten wir dementsprechend um 7:26 einen verregneten Busbahnhof irgendwo in Paris. Da wir unsere Route durch Paris schon im Voraus geplant hatten, folgte im Anschluss ein Manöver, dass kein Pionierbatallion der Bundeswehr hätte schneller und effizienter ausführen können: Zwei Boote und Gepäck raus aus dem Bus, auf den Rücken, in die U-Bahn, raus aus der U-Bahn, in die nächste U-Bahn und spontane Tiefschlafphase bei einigen Mitreisenden nach Ankunft am Ostbahnhof. Nachdem wir uns noch ein letztes Mal über die französische Bahn aufgeregt hatten und das Gepäck sowie uns in den ICE nach Stuttgart verfrachtet hatten, sagten wir Frankreich und seiner Hauptstadt Lebewohl. Schon das schlechte Englisch in den Durchsagen ließen erste heimatliche Gefühle aufkommen, die dann bei Ankunft in Stuttgart in einem Sturm patriotischer Begeisterung übergingen, als uns ein Mitarbeiter der Bahn mit einem Gepäcktransporter die Boote zum richtigen Gleis brachte. Nach einem Mittagessen beim hiesigen MC-Donalds und einem Gespräch mit einem anderen Faltbootfahrer und seiner Kenter-Erfahrungen bestiegen wir für die letzte Etappe den Regionalzug nach Würzburg und rufen Franz an, damit er das Bier kaltstellt. Doch das Schicksal wollte uns offensichtlich noch ein letztes Mal prüfen. Im Zug klapperten während der Fahrt die Türen derartig laut, woraus wir alle geradezu apokalyptische Kopfschmerzen entwickelten. Als jedoch Mainfranken und Würzburg in Sicht kamen war auch das vergessen und wir fuhren unter einem letzten "Country Roads" in den Würzburger Hauptbahnhof ein. Antons Vater holte uns ab. Wir zerlegten, trockneten und reinigten die Boote, freuten uns auf viele Wiedersehen, tranken noch das kühle Bier. Dann trennten sich unsere Wege.

Epilog
Wir haben uns seither nicht mehr zu viert getroffen. Kathi macht FSJ an der Uniklinik Freiburg. Moritz macht ein duales Studium zum Beamten. Paul und Anton studieren Physik bzw. Germanistik und Philosophie in Würzburg. Wir sind sehr verschiedene Menschen, die sich in sehr verschiedene Richtungen entwickeln. Doch wir teilen alle die Erinnerung an einen unvergesslichen Urlaub.
Auf Paul kommt nach diesem Beitrag, den er besser spät als nie veröffentlicht hat noch die Abschrift von Arbeitsblatt zu Rechenmethoden 1 zu. Doch er freut sich. Denn morgen fährt auch er zum Pilgern, wo er sie alle wiedersieht. Die Wilden Kerle.

Dienstag, 23. August 2016

21.8/ Die Bahnhofsgammler

Der letzte Tag in Saint Nazaire begann mit dem finalen Packen unserer Bootssaecke  und dem Schmieren von riesigen Baquette-Sandwiches. Den Einkaufswagen hatten wir ueber Nacht in unserem Zimmer gelassen, wir beluden ihn neu packten alles ein und checkten aus ohne im Pool gewesen zu sein. Eigentlich eine Suende. Gut organisiert wie wir halt sind hatten wir ein Hotel nahe des Bahnhofes angelaufen so dass wir jetzt nur kurz zu diesem laufen mussten. Ein schnuckeliges Ding, eine Halle in der Groeße eines geraeumigen Wohnzimmers, 3 Sicherheitsleute, ein paar Gaeste und wir. Gute 9 Stunden lang. Das Hotel bat darum, dass wir um 11 auscheckten und unser Zug fuhr gegen 21.00. Durch das Gepaeck behindert verbrachten wir also den ganzen Tag in diesem Raum aber verdammt nochmal wir haben ihn voll ausgenutzt! Wassermelonen-Bowling, Großraumkochstudios, Wie-viel-Flyer-passen-in-Antons-T-Shirt, Umfallende Baenke, besorgte Sicherheitsleute und nervtoetende franzoesische Ansagen begleiteten uns durch den Tag. Es trug sich naemlich zu dass der A.A. a.k.a. Toni von Tone alias Anton seine beiden fetten Sandwiches im Hotel liegen gelassen hatte. Zum Glueck haben auch Sonntags in Frankreich viele Mini-Supermaerkte offen. Also kaufte er mit Paul alles nach und schmierte sich 2 neue. Unvorsichtigerweise behauptete er blind kochen zu koennen und musste das dann beim Brote schmieren waehrend Mo ihm die Augen zuhielt unter Beweis stellen. Die schreckliche Melodie vor den Bahnhofsansagen wurde von uns 4 schon nach wenigen Stunden fehlerfrei lauthals mitgesungen. Die anderen wartenden Fahrgaeste tanzten auf den Tischen. Eine Dame bekam einen Minuten-langen Lachanfall als Anton von der Bank fiel und diese mit umriss. Ab diesem Moment kochte der Saal! Wir brachten allen "Heippa, Heippa!" und "Leave her Johnny" bei und sangen und tanzten bis wir nicht mehr konnten. Die Bahnhofsmitarbeiter fragten uns alle 2 Stunden besorgt ob wir denn den Einkaufswagen mit IN den Zug nehmen wollten. Wir winkten ab. "Noooo!". Verdammt! Jetzt mussten wir das Ding auch noch entsorgen. Der Wagen wurde selbstverstaendlich die 3 km bis zu seinem Ursprungsort zurueckgeschoben. Dafuer koennen wir garantieren. Zwischen drinn ist Kathi dann noch schwanger geworden und es wurde ueber das amerikanische und deutsche Bildungssystem diskutiert. Dann stiegen wir endlich ein. Wir hatten eine unglaubliche Routine was das sekundenschnelle Verladen von Faltbooten betrifft an den Tag gelegt so dass wir nicht alle Fahrgaeste zur Weißglut trieben. In Nantes mussten wir wieder raus, ab hier ging es mit dem Buss weiter nach Paris. Um vom Bahnhof zum Buss zu kommen musste wieder ein Einkaufswagen ausgeliehen werden. Wir sahen das schoene Nantes, inklusive des Schloßes nochmal im Mondlicht. Es gab schon die Ueberlegung fuer das Tragen ein paar Prostituierte anzuheuern aber wir hatten es schon geschafft. Die Haltestelle war erreicht und der Wagen wurde auch dort selbstverstaendlich die komplette Strecke zurueckgebracht und aufgeraeumt. Der Buss erschien und wir erlebten eine ziemliche Schreck-Viertelstunde da die Fahrer das Gepaeck der anderen Gaeste wogen weil wir wussten, dass unser Gepaeck meilenweit ueber den Maßen und Gewicht war die erlaubt waren. Unser Plan war uns mit souveraen naivem Auftreten durchzuschmuggeln was perfekt gelang! Nach unserem Reisemotto: We arss sse Germans! Wurden im Gegensatz zu unseren rumaenischen Mitfahrern weder Persos noch Gepaeck kontrolliert. Nur Tickets zeigen, Gepaeck rein dafuer und abgehts! Wir fuhren die Nacht durch. Obwohl wir 9h in einem Bahnhof saßen zaehlt dieser Tag zu einem der unterhaltsamsten ueberhaupt.

20.8/ Der Einkaufswagen

Drei unserer Protagonisten lagen noch friedlich schlummernd in ihren Bettchen, als Moritz alle drei mit einer schlechten Nachricht überraschte. Unsere Zimmer, die wir am heutigen morgen verlängern wollten, waren ausgebucht und es musste in den nächsten paar Stunden das Hotel verlassen werden! Noch schlaftrunken machten wir uns also daran unsere Sachen schnellstmöglich einzuräumen, aber wohin mit dem Extragepäck? Nach kuriosen Überlegungen über mehrfaches tragen entschlossen wir uns schließlich für die einzig logische Variante: ein Einkaufswagen! Also wurde Anton losgeschickt und er kehrte prompt mit einem zurück, in welchen nun wie bei Tetris beinahe sämtliche Gepäckstücke gepackt wurde. Mit der Aufmerksamkeit sämtlicher Bewohner von Saint Nazaire auf unserer Seite gingen wir also zu einem anderen Hotel, welches wir bei unseren gestrigen Spaziergängen entdeckt hatten. Ganz im Gegensatz zum letzten Hotel erwies sich dies als die wahre Luxusoase und punktete mit einer Küche und einem Wohnzimmer in unserem 4-Mann Zimmer! Durch die plötzliche Möglichkeit einer Küche entschieden wir uns, ein Festessen mit Suppe und Käsefondues am Abend anzuhalten. So wurden also die Töpfe mit Kilos von mittags gekauftem Käse erhitzt und die vor allem von Anton geliebte Suppe wurde bereits gierig verschlungen. Das zubereiten von Fondues erwies sich jedoch schwerer als angenommen und so servierten wir eher zwei unförmige Klumpen waffenfähigem Hardkäse, welches wir trotz allem genossen hatten. Schließlich endete unser letzter Abend in Saint Nazaire auf der Couch, wo noch das Fußball Olympia Finale geschaut wurde. Morgen müssen wir leider bereits früh auschecken und schließlich von 11 bis 21 Uhr dort auf unseren Zug warten. Aber es wird ja schließlich alles gut, solange wir wild sind...

Sonntag, 21. August 2016

St. Nazaire in all seiner Pracht

11 Uhr morgens im Hotelzimmer in St. Nazaire. In Mos und Kathis Zimmer klingelt das Telefon: "Hello?" -"Baguette, fromage, merci, baguette, Salut, Sa va, Baguette." - "English please". Nach einer Weile verstehen die zwei dann, dass das Hotel nur nachfragen wollte, ob wir noch eine Nacht bleiben oder nicht. Na klar bleiben wir noch. Keiner von uns hat Lust für diese Nacht einen neuen Schlafplatz zu suchen bzw. bei diesem Regen das Gepäck wo anders hinzubringen. Wir wagen uns aber auf der Suche nach Croissants doch auf die Strasse, wobei Mo ohne Jacke und Paul ohne Jacke und ohne Schuhe unterwegs sind, da noch alles nass von der Kenteraktion ist. Nach einer Patisserie suchen wir vergeblich, finden aber ein kleines kitschiges Cafe alla Harry Potter, wo wir uns leckere Crepes bestellen. Unser Trinkgeld wollte die nette Kellnerin nur nicht annehmen, vorallem Paul sah ihr wohl zu verwahrlost und arm aus. Danach suchten wir die Aussichtsterrasse im Hafen auf, von wo man einen super Blick auf Poseidons-Fast-Grab und ein Kriegsschiff und U-Boot hatte. Nun aber los zum Strand, der auf Grund der Ebbe und des Regens nicht ganz so eindrucksvoll war, aber wir alle 5m auf ein Kriegsdenkmal stiessen. Da wir mittlerweile eh schon durchnässt waren, beschlossen wir gleich unser Bootsgepäck von Jemarcs Boot zu holen und ins Hotel zu bringen. Kaum fingen wir an die Sache ans Ufer zu stellen, hielt Jemarc persönlich mit seinem Auto und bot uns an uns plus Gepäck ins Hotel zu fahren. Ein willkommener Zufall! Soweit wir konnten verstauten wir alles in Mo und Kathis Zimmer und Kathi machte sich alleine auf den Weg beim jetzt eingebrochenen Sonnenschein die Stadt zu erkunden. Es stellte sich heraus, dass wir am Morgen schlichtweg in die falsche Richtung gelaufen sind und sich 20m in die andere Richtung Patisserie und Läden aneinanderreihten. Gegen frühen Abend wurde das Wetter noch besser und wir nutzten das Vordach vor unseren Fenstern als Platz zum nasse Sachen auslegen und als Küche. Dosenravioli auf einem Dach im Sonnenschein essen lässt es gleich stilvoll wirken. Nach der heutigen Chillerei und mässigen Aktivität setzten wir uns Abends noch an den Strand mit 'nem Eimer Sangria (Ok Scherz, nur eine Flasche Sangria und sonst noch normalen Wein). Nach einem netten Gespräch mit ein paar Besoffenen beschlossen wir den Strand entlang zu laufen und fanden schliesslich an der Spitze einer Landzunge einen Platz mit super Aussicht über das Meer und den Vollmond. Die tiefsinnigen Gespräche über den Zweck der EU bzw. andere politische Themen, wollten auch hier nicht aufhören. So wurde das ganze ein recht spassiger Abend, der mit der Gewissheit vor dem Einschlafen endete, dass wir noch eine Nacht in diesem Hotel chillen würden. Wenn wir uns da mal nicht täuschen...



Freitag, 19. August 2016

16.8/ Torfrock und der Nantes-Effekt

Um zu Beginn der Ebbe unsere heutige Reise nach Nantes zu starten, erwachten wir heute in aller Frühe und zwängten uns noch im Halbschlaf in unsere Boote. Durch die Flut kamen wir glücklicherweise auch sehr zügig vorwärts, doch wie alles im Leben hatte auch dies seine dreckige, matschige Schattenseite. Wir erreichten also Nantes bei Ebbe, was bedeutet, dass sämtliche Küsten in ein wunderschönes matschgrau zu tauchen und ein anlanden beinahe unmöglich machte. Doch Paul und Moritz wagten sich todesmutig an ein Stück Fläche, was für sie wie ein etwas dreckigerer Strand aussah, doch sie bemerkten schnell wie sehr sie sich geirrt hatten. Der Matsch in den sie dort stiegen reichte ihnen bis zu den Knien und kombinierte alles was in den letzten 100 Jahren in den Nantes Hafen gekippt wurde. So begann eine spontane halbstündige Wattwanderung, wobei sich die beiden sehr an Pauls alte Torfrock CD erinnerten (Rutt mit'n Torf, hau wech und hol rutt, das matscht so schön und tut so gut). Als die beiden schließlich ihr Boot durch den halben Hafen von Nantes zu einer halbwegs vernünftigen Anlandestelle gezogen hatten waren sie beide völlig zertorft, aber Humor ist ja schließlich wenn man trotzdem lacht. Nach einer Entschlammung mit der Hilfe einer einheimischen Seniorin gingen wir schließlich endlich nach Nantes, welches laut Moritz das "2 Paris" war. Trotz unseres eher ungemütlichen Aufenthalt im Hafen stellte sich Nantes beim zweiten Eindruck als eine wunderschöne Stadt mit unglaublich vielen Sehenswürdigkeiten heraus, welche wir den kompletten restlichen Tag erkundeten. Erst gegen Abend kehrten wir zurück zu unseren Booten um unter den erschwerten Bedingungen von Ebbe und Flut einen Schlafplatz zu suchen. Glücklicherweise fanden wir diesen nach einigen suchen und der Abend wurde mit Chilli con Carne abgerundet. Das Ende unserer Reise erwartet uns und so genießen wir nun diese letzten Tage bevor wir Saint Nazaire erreichen.

18.8/ A journey ends

Es ist der 18. August 2016. 8 Uhr morgens. Vier verschlafene Faltbootfahrer kriechen aus ihren Schlafsäcken. Wir frühstücken, packen alle Sachen und falten ein letztes Mal unser gutes, treues Zelt zusammen. Nachdem wir die Boote beladen haben, laden wir unsere imaginären Breitseiten, hissen unsere imaginären Segel und stechen gegen 10 Uhr deutscher Zeit in See, um der Loire auch die letzten 13 Kilometer abzutrotzen. Durch die Ebbe begünstigt lassen wir Blobuoebf sehr zügig hinter uns. Die Brücke von Saint Nazaire kommt immer näher. Siegestrunken sehen wir uns schon mit Cocktails am Strand liegen, als die Flut einsetzt und uns mit aller Kraft in Richtung Nantes zurücktreibt. Von nun an ist jeder weitere Meter quälend lang. Wir paddeln drei Stunden nur um es von der Höhe eines Verladekrans auf die Höhe des Nächsten zu schaffen. Wir landen auf einer Insel mitten in der Atlantikmündung und steigen aus um die Boote zu ziehen. Für die Erkenntnis, dass es bei Flut kein Vorwärtskommen gibt, mussten wir offenbar einmal bis zu den Oberschenkeln im Schlamm stecken. Also weiter paddeln und in Zentimeterschritten weiter, während Ozeanriesen scheinbar spielend an uns vorbeidampfen. Endlich kommt ein Motorboot vorbei, dass uns in Schlepp nimmt. Wir freuen uns über unsere Form des Wassertrampens. Doch dann schneidet der Motorbootfahrer eine Kurve über eine Welle zu scharf, so dass "Poseidon" mit Mann, Maus, Mo und Paul in der Atlantikmündung der Loire kentert. Unsere Schlepper zeigen uns, was wahre Hilfsbereitschaft ist, geben uns die Nummer der Küstenwache und brausen von dannen. Mo und Paul sind wohlbehalten aufgetaucht und fangen an, Gegenstände die noch im Wasser schwimmen einzusammeln, das Boot umzudrehen und leerzuschöpfen. Anton ruft währenddessen bei der Küstenwache an, wo ihn allerdings statt schneller Hilfe, erst einmal Warteschleifenmusik erwartet, da der durchschnittliche Mitarbeiter einer französischen Küstenwache nicht Englisch sprechen kann. Nach allerhand Kontrollfragen, ob das auch wirklich kein Scherz ist, verbleibt die Küstenwache damit, eventuell demnächst mal ein Boot vorbeizuschicken. Zum Glück hat uns in der Zwischenzeit durch Kathis engagiertes Winken ein Fischerboot gesehen, dass die durchnässten Paul und Moritz aus dem Wasser fischt und auch den deutlich trockenen Rest an Bord nimmt. Der Besitzer dieses Bootes stellt sich als herzensgute Hobbyfischer Jemarq heraus. Die Boote werden erneut in Schlepp genommen und Jemarq fährt deutlich erfahrener und vorsichtiger in Richtung Saint Nazaire. Froh mit dem Schrecken davongekommen zu sein lassen wir uns die Sonne auf den Pelz scheinen und trinken Jemarqs fantastischen Instantkaffee. Im Hafen angekommen hießen wir die Boote an Land, bauen sie ab und trocknen so viel wie möglich ist. Zum Glück halten sich auch die materiellen Verluste in Grenzen. Paul sucht nach einem Hotel, während die anderen die Boote fertig machen. Jemarq bietet uns sogar noch an das schwere Gepäck in seinem Boot zu lassen und fährt uns noch zum Hotel Luna. Wir liegen nun völlig erschöpft in unseren Betten und realisieren noch nicht völlig, was heute passiert ist, aber wir sich heil angekommen. Am Ende einer langen Reise.



Mittwoch, 17. August 2016

17.8/ Industrieabwasser mit Salzgeschmack - Der vorletzte Tag auf dem Wasser

"It's the power of love!"
Wenn du dir einen guten Song versauen lassen willst dann lass dich durch ihn um 5:30 wecken. Wir wollten diesmal diesen verdammten Gezeiten zuvorkommen und standen 1,5h vor Sonnenaufgang auf um beim hoechsten Wasserstand aufzubrechen und die Ebbe ganz auszunutzen. Wie sich die Boote im Laufe der Nacht und der Flut im Wasser verhakt haben ist die erste Frage des Tages. Kalt und dunkel. Wir beluden die Boote schnell und verabschiedeten uns schweren Herzens von unserem Klappstuhl den wir vor ca. 2 Wochen bei einer Umtragestelle gefunden und spontan mitgenommen hatten. Wir glitten aufs Wasser und ließen uns zwischen Nebelschwaden und Sonnenaufgang die Loire hinuntertreiben. Ein paar Croissants im Magen verabschiedeten wir uns vom Industriegebiet Nantes und naehrten uns einem Kohlekraftwerk. Faehren die von Saint Nazaire nach Nantes fahren kamen uns entgegen, wir packten zum ersten Mal die Spritzdecken aus und durchquerten die hoechsten Wellen der bisherigen Fahrt in dem dreckigsten Wasser der Fahrt. Graeulich, schwammig, aufgewuehlt. Nachdem wir das riesige Kohlekraftwerk passiert hatten oeffnete sich die Loire vollends bis auf 3 km Breite. In der Ferne sahen wir durch die dießige Wetterfront die Tuerme der Saint Nazairer Oelraffinerie und dem Hochseehafen. Da fuehlt man sich dann mit seinem 6m langen Faltboot ein bisschen fehl am Platz. Wir paddelten ausschließlich am linken Ufer, welches durch Steinaufschuettungen befestigt war, mit dem Ziel die Stadt Plmhmhoe (Wir wissen nich wie man es ausspricht und weigern uns es zu lernen. Einfach ein P und irgendein billibiges Gebrabbel anhaengen. Wahlweise auch "Baguette") zu erreichen. Waehrend der Ebbe legten wir nach einem Kampf durch das wellenschlagende MeerFlusswasser zwischen Fischerbooten an einem Steg an. Wenn die Gischt dem Faltbootfahrer ins Gesicht schlaegt dann schmeckt man Rost, Schlakke, Kohle und vorallem: Salz. Antons Vater hatte uns ja vor diesem Stueck gewarnt aber wir wollten nicht hoeren. In Puelmuhah erkundeten wir die Stadt in der am Mittwoch um halb 3, 90% aller Geschaefte zu hatten. Keine Pointe. Wir fanden schließlich ein tolles Restaurant in einem Park, setzten uns draußen hin und aßen Muscheln mit Pommes sowie Crep. Es war ein Fest. Am Campingplatz nebenan checkten wir ein, von der Tatsache ueberzeut dass es dort einen Pool gab. Ja. Einen Pool. Also Boote vorgefahren, ganz rausgezogen wegen Gezeiten, Zelt aufgebaut. Ein freundlicher Franzose verkaufte Anton sein 1 Mann-Zelt fuer 10€ da er es nicht mehr transportieren konnte. Paul und Anton testeten es aus und tauften es auf das "Sexzelt". Der Pool wurde genossen, Pommes wurden gegessen und es wurde Munchkin gespielt. Zu Abend aßen wir unseren Klassiker Thunfisch mit Nudlen. Wir befinden uns 13 km vor der Muendung. Die große Bruecke die ueber die Muendung fuehrt ist zu sehen, auf der anderen Flussseite liegen die Ozeanrießen vor Anker. Heute haben wir uns erholt, morgen kommt das große Finale: der letzte Tag auf dem Wasser.

Ebbe und Flut, was das?

Ebbe und Flut kennt jedes Kind und weiss auch gleichzeitig was es bedeutet wenn bei Ebbe eben das Wasser sinkt und bei Flut steigt. Auch Touristen die zum Beispiel auf der Loire Richtung Meer paddeln informieren sich vorher darüber. Doch nicht alle: Vier Germans leisten tapfer Widerstand gegen die Gezeiten.

Doch nun von Anfang an. Nach einer stürmischen Nacht erwachten wir an der Pornoküste und gönnten uns erstmal Baguette mit Käse (surprise). Die Ebbe hatte unsere Boote komplett ins Trockene verlagert, so dass wir erst einmal tragen mussten. Doch das war noch nichts im Vergleich zu später. Wir paddelten also so vor uns hin, hielten unterwegs um Wasser aufzufüllen und standen plötzlich vor der Entscheidung rechter oder linker Arm. Da der rechte Arm auf der Karte deutlich kürzer aussah, wählten wir also jenen, trotz des Mangels an Bojen. Zwar zeugte sich schon früh sehr schmale Durchgänge doch noch konnten wir passieren und die Route hatte einen abenteuerlichen Charme. Nach einer grösseren Stromschnellen wo das eine Boot schon baden ging (Mo & Paul), gab es dann kein vorbeikommen mehr. Wir mussten also wohl oder übel erst zurücktreideln und dann gegen die Strömung paddeln. Zu unserem Schrecken bemerkten wir, dass das Wasser immer weiter stieg.....
So wurden leider auch einige Säcke durchnässt. Wie wir später bemerkten, wurde unser komplettes Essen mit Tee durchgeweicht. Doch trotz all dieser Vorkomnisse und erneutem Umtragen schaffte  wir es zurück um die Insel wieder auf den rechten Weg. Doch durch die Flut kam uns auch weiterhin die Strömung entgegen, so dass wir nicht mehr lange weiterpaddelten. Wir entdeckten eine eher suboptimale Stelle an einem Wanderweg, von wo sich die Jungs aufmachten um noch einen Supermarkt in der Nähe aufzusuchen, doch vergeblich..... Eine vermeintliche Abkürzung durch einen Sumpf entpuppte sich als Sackgasse in der Paul versank und nachdem er einen Schuh verloren hatte auch noch den zweiten wegwarf. "Ach scheiss drauf!" Barfuss ging es also weiter, aber der Supermarkt hatte schon früher als ausgeschrieben geschlossen. Alle Mühen umsonst? Von wegen! Sie entdeckten noch eonen Campingladen und Pommes als Snack zwischendurch. Währen diesen drei Stunden wartete Kathi vergeblich, versuchte die Jungs zu erreichen und verdaute sich schon selber. Im Dunklen bauten wir dann alle noch schnell das Zelt auf, kochten Reis mit Pesto, wobei uns zum erstenmal der Topf umfiel und wir so eine ordentliche Portion des seltenen Gewürzes Sandianer im Essen hatten. Besonders Anton genoss den knirschenden Gaumenschmaus. Wir bemerkten auch dass unsere Botte mittlerweile übereinander schräg an einem Steinhang hingen auf Grund der Ebbe und stellten deswegen den Wecker auf 6 Uhr um noch bei Flut wieder voranzukommen. Die Nacht war weniger herholsam Dank der vielen Tiere und frühen Wanderer aber irgendwie überstanden wir auch diese.

Dienstag, 16. August 2016

14.8/Where is the shit, man?

Nach unserem Aufbruch hielten wir recht früh in einer weiteren kleinen Stadt und setzten uns in ein Café und fanden heraus, warum wir uns auch in Deutschland keine Pferderennen ansehen. Danach nutzten wir noch die Gastfreundschaft der örtlichen Touristeninfo aus, luden unsere Handys und drucken die Tickets für den Bus von Nantes nach Paris. Nach einer langen weil recht ereignisarmen Etappe, bei denen es Paul und Mo ums Verrecken nicht fertig brachten das Rätsel "Es gibt Kaffee, aber keinen Tee" zu lösen, besichtigen wir noch ein kleines Städtchen, dessen einzige Sehenswürdigkeit allerdings ein Baguetteautomat war.
Wir landeten an einer wunderschönen Bucht an, wo gerade einige junge Leute einen Film drehten. Einer von Ihnen, fragte uns auch ob er eine Szene mit den Booten aufnehmen dürfte, was dann allerdings vom Producer des Films nicht genehmigt wurden. Auf diese Weise um unsere Pornokarriere gebracht, packten wir aus und versuchten uns erneut an Nudeln...
Stichwort "Algen 2.0". Als einige Zeit später auch die Franzosen nach Hause gingen, denen offensichtlich unsere geschäftlichen Angelegenheiten am Busen von Mutter Natur aufgefallen waren, machten sie sich bei uns noch mit der Frage "Where is the shit, man?" unsterblich.

Sonntag, 14. August 2016

13.8/ Die Louet oder warum Paul doch kochen kann. Vielleicht.

3 von 4 unserer Helden hatten es am Tag zuvor etwas mit dem Weinkonsum uebertrieben. Darum wachten wir mit einem rießigen Kater auf. Wir scheuchten das Vieh aus dem Zelt und begannen den Abbau. Um uns herum war das Dorf hinter den bewaldeten Ufern zum Leben erwacht. Eine Großfamilie angelte am gegenueberliegenden Ufer, eine Pilgergruppe machte Rast und sang, und nebenan rauchte noch ein großes Feuer von gestern Abend. Das Leben an diesem idylischen Nebenarm der Loire ist sehr vertraeumt und belebt. So begegneten uns auf den 25 km auf dem kleinen Fluss an die 30 Kajaks mit plaerrenden Franzosen. Wir ließen sie alle vorbeiziehen und raeumten innerhalb von 20 Min mit deutscher Disziplin beim Paddeln das komplette Feld auf und genossen in der Fuehrungsposition die Fauna. So sehr wir den 20 m breiten, schattigen Fluss auch mochten, wir freuten uns wieder auf die gute alte breite seichte Loire. Als wir wieder auf diesee waren besuchten wir gleich ein nettes Staedtchen, tranken Cafe, luden Handys und raeumten einen Baecker leer. In einem Touristeninfozentrum organisierten wir weiterhim Heimfahrt und Campingplatz in Saint-Nazaire. Wir fanden bald darauf ein schoenes Plaetzchen und aßen es auf. Dann zelteten wir am Loireufer und Paul stellte seine Ehrer wieder her indem er Reis mit Erbsen und einer Pilzsahnesoße machte. Mhhmmmmm. Lecker.
Billiger Wein und tolle Gespraeche begleiteten uns in den Abend. Mo, Anton und Kathi schliefen draußen. Mo und Anton versagten aber und flohen vor der Kaelte ins Zelt. Wir kommen dem Ziel immer naeher. Wir riechen schon fast das Salzwasser.

12/08 Wer suchet der findet


Eine einsame Straße schlängelt sich entlang der Loire an welcher einige verlassene Häuser stehen. Ein paar Hyänen machen sich gerade über die Katze, welcher über tot über den Zaun hängt her und ein Vertrockneter Dornbusch huscht über die Straße. Die Sonne brennt mit unerbittlicher Härte auf den aufgerissenen Asphalt und an dem einzigen Laden hängt ein Schild mit der Aufschrift "en vacances 10-25 aout". Nur eine einsame Person mit einem Strohhut schlappt müde über die verlassene Straße schaut auf das Schild und eilt verzweifelt zurück zu 2 Booten. Dort sitzen drei erschöpfte Strohhutträger welche voll Hoffnung auf den einsamen Scout schauen, doch dieser schüttelt nur den Kopf.
Diese Geschichte beschreibt sehr gut die erste Hälfte unserer heutigen Reise nämlich die Suche nach einem Laden zum einkaufen, denn an dem Ort wo es laut unserem Flussführer einen geben sollte, warteten nur 2 nette deutsche Touristen, die uns zwar mit ihrem Auto durch drei Ortschaften fuhren, allerdings ohne Erfolg. Dabei hatten wir heute sowieso schon eine lange und anstrengende Fahrt vor uns, da wir heute in einen Seitenfluss, genannt die Louet, fahren wollten. In diesem Seitenarm schickten wir unseren Scout Paul zum wiederholten mal auf die Suche nach einem Laden. Dort warteten wir auf ihn... und warteten... und warteten. Anton wurde schließlich so ungeduldig, dass er sich auf die Suche machte kurz bevor Paul wieder auftauchte und wir nach Paul einen weiteren Vermissten zu beklagen hatten. Doch die Wartezeit lohnte sich als Anton zurückkehrte und stolz verkündete er habe das Paradies (einen Supermarkt) gefunden. Wie wir schließlich dort standen und uns mit Grillfleisch, Getränken und vor allem Datteln, für welche Moritz eine Schwäche entwickelt hatte, ein und auch die eine oder andere Flasche Wein wurde extra eingekauft um den Abend ein wenig aufzulockern. Schließlich erreichten wir einen schönen Strand zum Zelten und der Abend wurde mit Feta, Würstchen und ein wenig mehr Wein als sonst zu Ende gebracht. Es bleibt nur zu hoffen, dass morgen auch wieder seetauglich sind...

Thank you for travelling with french Bahn

In aller Frische und Frühe geht es weiter auf unserer Reise. Unser Plan im nächsten Dorf zu frühstücken und Kaffe zu trinken, wird schnell zu Nichte gemacht, da jedes Dorf nur aus 3 Häusern besteht und keinerlei Cafe oder ähnliches besitzt. Also fahren wir gleich die erste Etappe durch bis nach Saumur einer kleinen Stadt, die sehr an Würzburg erinnert. In der Innenstadt finden wir auch ein recht günstiges Cafe (mit Steckdosen) und das Schlemmen beginnt. Neben Paninis, Croques und Croissant werden noch allerlei andere Leckereien verdrückt und als Nachtisch gibts dann noch ein Eis. Erfüllt vom Glücksrausch des Konsums versuchen wir vergeblich eine günstige Reisemöglichkeit nach Deutschland zu finden, doch auf keiner der französischen Apps werden uns Preise angezeigt. Nach gefühlten 10h werden wir fündig, aber nun gibt es ein neues Problem: Wie bezahlen und ausdrucken? Keiner von uns besitzt eine Kreditkarte oder ist zugelassen per Ladtschrift zu zahlen. Wir beschliessen uns aufzuteilen. Paul und Kathi suchen den Bahnhof auf um dort die Tickets zu kaufen, Anton und Moritz erkunden das Schloss der Stadt. Am Bahnhof werden den französischen Bahnmitarbeitern allerdings nicht die gleichen billigen Preise wie uns angezeigt sondern nur welche dreimal so teuer. Also wieder kein Erfolg! Nachdem uns alle Ideen und Möglichkeiten ausgegangen waren beschliessen wir dann Hilfe aus der Heimat anzufordern (Danke nochmal dafür!) und hoffen nun, dass wir bei der nächsten Internet und Stromquelle alle Tickets über Email abrufen und auch drucken können. Nach diesem 4-5 stündigen Aufenthalt verbunden mit noch einem Einkauf, geht es weiter 20 km flussabwärts unserm Ziel immer näher. Auch diesmal finden wir wieder einen schönen Platz und gönnen uns zur Freude aller noch einmal Chilli con Carne und diesmal auch wirklich mit Fleisch.

Samstag, 13. August 2016

10.8. Eiscreme und Hackfleisch

"Die wahre Größe eines Menschen zeigt sich an zwei Dingen: Seiner Beharrlichkeit bei der Nahrungssuche und seine Geduld beim Suchen von Transportmitteln."
-Heinrich Heine-

Wir starteten mit dem gewohnt guten Frühstück  in den Tag und paddelten los. Der erste Stopp wurde schon nach wenigen Kilometern in Langeais gemacht. Wir tranken im Schatten des Schlosses in einem Café einen... Na ja was wohl und nutzten das dortige WLAN, um unsere Route für die Rückreise auszuloten. Sämtliche Möglichkeiten wurden von uns bedacht. Wir rechneten und organisierten uns von Mietwagen über Fernbusse bis zu sämtlichen Arten von Nah- und Fernverkehrszügen, nicht jedoch ohne ein ums andere Mal diese ver***** Apps und Websites zu verfluchen, die zwar sogar den CO2-Ausstoß auf der Strecke anzeigen, aber nicht solch triviale Dinge, wie etwa den Preis. 
Im Anschluss daran rätselten wir noch darüber, wie die Langnaise-Eis Werbung auf französisch klingt (Spolier: Es mag gelegentlich das Wort "Baguette" vorgekommen sein) und fuhren anschließend weiter. Die nächsten beiden Schlösser ließen wir links liegen, da sie recht weit vom Ufer entfernt waren und wir konzentrierten uns stattdessen mehr auf das Vorwärtskommen. Ab dem Nachmittag wollten wir allerdings noch Hackfleisch für das Chilli con Carne am Abend besorgen. So legten wir bei jeder Gelegenheit an und Scout Paul musste an Land hüpfen und auf die Jagd nach besagtem Hackfleisch gehen. Diese Suche blieb leider auch trotz heftigem Einsatz von Gestik zur besseren Kommunikation mit den Eingeborenen ohne Erfolg. So gab es nach einem weiteren Schloss, eben Chili sin carne. Eigentlich hatten wir auch keinen Chili. Naja nennen wir es einfach Bohnen mit Mais in Tomatensoße.

Mittwoch, 10. August 2016

9.8/ Moege die Straße uns zusammen fuehren

4 Ehemalige des Wirsberg-Gymnasiums stehen am Ufer der Loire und singen ihrer wundervollen Gastgeberin Valerie das traditionelle Abschiedslied ihrer Schule: den Irischen Reisesegen. Wir wollten erst nicht ,weil wir uns unserer ungeoelten Stimmen bewusst waren aber entschieden uns am Abend vorher, ihr auf diese schoene Art "Lebe Wohl" zu sagen. Valerie hat uns am Sonntag Mittag aus dem Fluss geangelt, die Unterbringung unserer Boote organisiert, uns ein wunderbares Abendessen gekocht, nach Tours hin- und zurueckgebracht, den Campingplatz organisiert und uns gestern Abend zum Essen mit 3 anderen tollen Damen aus dem Dorf eingeladen. Heute frueh fuhr sie uns zu einem Vouvray-Winzer, wo wir uns um 9:20 durch das Sortiment probierten, die Praesidentin des Vouvray-Randersacker Austausches kennenlernten und am Ende zu den 6 gekauften Flaschen noch eine als Geschenk bekamen. Valerie tat dies alles auf eine liebevolle, selbstverstaendliche Art die wir bei anderen Franzosen oft vermissen. Sie sagte immer sie sei eine Schlamperin und eine Katastrophe in Englisch, wurde dadurch aber noch sympathischer. Zuletzt sorgte sie fuer eine sichere Weiterfahrt, rang uns dass Versprechen ab sie anzurufen falls es ein Problem gaebe und winkte uns nach dem wir uns umarmt und in die Boote gestiegen waren, traenenreich zum Abschied. Sie ist eine wirklich herzensgute Gastgeberin gewesen. Auf dem Wasser stellten wir fest, dass das Pouch-Boot, am manchen Stellen knackste und fixierten mit hoechster Vorsicht bei einer Umtragestelle in Tours die kritischen Stellen. Wir trieben aus Tours heraus, und genossen wieder die laendliche Loire. Bei der Muendung eines Nebenflusses stiegen wir aus uns besichtigten zum Teil den Schloßpark von Villandry. Ein schoenes Schloß, dass aber verblaßt neben seinem ueberwaltigendem Park. Ein 4km Fußmarsch den Nebenfluss hinauf an Pferdeweiden vorbei, fuehrte zum Schloß. Zurueck im Boot fanden wir nachdem wir heute stolze 32 km zurueckgelegt hatten einen guten Schlafplatz, aßen Tunfisch mit Zwiebeln und Nudlen, koepften den ersten Wein und spielten "Wer bin ich?" In der Wirsberg-Edition. Ein schoener Tag eroeffnet den 2. großen Abschnitt unserer Reise. Wir schlummern nebeneinander ein. Einer schreibt noch und nervt die anderen. Sorry.

8.8/ Ein Hoch auf die franzoesische Freundschaft

Am Ende unseres Flussmarathons nach Vouvray stand der heutige Tag unter dem Zeichen von "decontration" wie es Valerie nennen würde. Nach einem langen ausgedehnten Frühstück um 11 Uhr und einem anschließenden Großeinkauf wurde nur noch gelesen, Musik gehört und im Internet gesurft. Beinahe hätten wir den ganzen Tag so weiter gemacht, jedoch machte Valerie uns den Vorschlag heute Abend Essen zu gehen, welches zum bisher schönsten Erlebnis auf unserer Reise wurde. Zusammen mit Valerie, Natalie, Brigitte und Catherine fuhren wir ans Ufer der Loire wo uns zu unserer Überraschung eine Country Tanzveranstaltung erwartete. Da aber keiner der Damen bereit war mit uns zu tanzen, setzten wir uns und dank Catherines hervorragenden Deutschkenntnissen konnten wir uns mit unseren Gastgebern hervorragend unterhalten. Mit leckeren Fischgerichten aus der Region und Sangria für jeden unterhielten wir uns eifrig. Vor allem Valerie glänzte durch ihr Talent der Unterhaltung, welches von Anton sogar mit dem von Otto Walkes verglichen wurde und sorgten für viele witzige Momente. Nach einigen Stunden über die Partnerschaft, Tango tanzen und dem Versuch Anton mit Valeries Tochter Emma zu verkuppeln (was durch Valeries "no no no!" allerdings vereitelt wurde, ala er ihr allerdings Zigaretten anbot willigte sie ein) ging der Abend langsam zu Ende und zu unserer großen Überraschung wurden wir sogar noch von Brigitte eingeladen!
Dieser Abend zeigte uns deutlich wie schön und wichtig solche Projekte wie Partnerschaften seien können und das durch ein bisschen Offenheit jeder Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis werden kann. Wir bedanken uns hier erneut für die Gastfreundlichkeit von Vouvray und vor allem bei Valerie ohne welche die alles nicht möglich gewesen wäre!
Merci :D

PS: Unten ist ein Zwischenstand zu unserer Reise zu sehen. Die Gaskocher sind Start und Ziel. Wir fahren vom rechten zum linken. Die Honigmelone steht auf Tours unserem aktuellen Standort.

Montag, 8. August 2016

Karibikfeeling und französische Gastfreundschaft

Pünktlich um 9 weckte uns unser Standard Lied "Movin' Cruisin". Heute hatten wir zwar nur eine kurze Etappe vor uns (ca. 15km) waren aber um 14 Uhr in Vouvray der Partnergemeinde von Randersacker verabredet. Trotzdem genossen wir einen schönen sonnigen Morgen in Badeklamotten und lagen wie die Sardinen nebeneinander und lasen brav in unseren Büchern. Zum Frühstück gab es -wie fast immer- Brot mit Käse und Marmelade und Kakao. Nach dieser Stärkung wollten wir eigentlich nur schnell zusammenpacken und losfahren doch Paul konnte seinen Geldbeutel leider nicht finden. Also alles nochmal auspacken. Unser Vorschläge doch mal in seiner Hosentasche nachzuschauen oder unser professionelles Klo wieder auszubuddeln, lehnte er wenig begeistert ab. Am Ende fand sich das gute Stück im schon eingepackten Schlafsack des Schussels. Mit etwas Zeitverzögerung ging es also weiter, doch die Motivation hielt sich vorallem bei Anton und Kathi in Grenzen, so dass sie sich eher einfach treiben liesen.

Von Valerie der netten Dame aus Vouvray hatten wir die Info, dass wir nach der ersten Brücke rechts bei einem Kanu anlanden mussten. Unser überaus talentierter Navigator Moritz schaffte es allerdings uns zu überzeugen, dass es sich doch erst um die zweite Brücke handelte, was dann dazu führte, dass wir 500m gegen die Strömung wieder aufwärts paddeln bzw schwimmen mussten. Dabei wurden wir alle komplett durchnässt und die Laune erreichte ihren Tiefpunkt. Doch Valerie empfang uns so herzlich das keine Zeit für Groll war sondern wir eher damit beschäftigt waren uns mit ihr zu verständigen, da sich ihre Englischkentnisse doch in Grenzen hielten. Nach einer kleinen Stärkung durch Chips und Saft und der Versicherung, dass wir die Boote im Kanuclub lagern konnten brachen wir auf zum Campingplatz, wo wir die nächsten zwei Tage bleiben wollten. Nach kurzem Aufbauen und endlich mal wieder einer Dusche für Kathi, holte Valerie uns wieder ab und nahm uns mit zu sich nach Hause, wo sie uns einen Riesenteller mit viel Gemüse und Bratwürsten servierte. Dazu gab es Brot und Aufstrich und Sekt und Bier. Es wurde ein lustiger Nachmittag/Abend voller versuchter Kommunikation zwischen Valerie und Stefan (ihrem Mann) und uns. Gegen 8 fuhr uns Valerie dann noch nach Tours, wo wir nach einem kurzen Spaziergang ein Cafe aufsuchten und uns später noch am Ufer mit Wein niederliesen. Im Hintergrund spielte eine Band und für einen Sonntag Abend war wirklich viel Feiervolk unterwegs. Später holte uns Valerie wieder ab und nach nächtlichem Duschen schliefen wir müde und zufrieden ein, diesmal bei offenem Zelt um der stickigen Luft und Hitze vorzubeugen.