Um zu Beginn der Ebbe unsere heutige Reise nach Nantes zu starten, erwachten wir heute in aller Frühe und zwängten uns noch im Halbschlaf in unsere Boote. Durch die Flut kamen wir glücklicherweise auch sehr zügig vorwärts, doch wie alles im Leben hatte auch dies seine dreckige, matschige Schattenseite. Wir erreichten also Nantes bei Ebbe, was bedeutet, dass sämtliche Küsten in ein wunderschönes matschgrau zu tauchen und ein anlanden beinahe unmöglich machte. Doch Paul und Moritz wagten sich todesmutig an ein Stück Fläche, was für sie wie ein etwas dreckigerer Strand aussah, doch sie bemerkten schnell wie sehr sie sich geirrt hatten. Der Matsch in den sie dort stiegen reichte ihnen bis zu den Knien und kombinierte alles was in den letzten 100 Jahren in den Nantes Hafen gekippt wurde. So begann eine spontane halbstündige Wattwanderung, wobei sich die beiden sehr an Pauls alte Torfrock CD erinnerten (Rutt mit'n Torf, hau wech und hol rutt, das matscht so schön und tut so gut). Als die beiden schließlich ihr Boot durch den halben Hafen von Nantes zu einer halbwegs vernünftigen Anlandestelle gezogen hatten waren sie beide völlig zertorft, aber Humor ist ja schließlich wenn man trotzdem lacht. Nach einer Entschlammung mit der Hilfe einer einheimischen Seniorin gingen wir schließlich endlich nach Nantes, welches laut Moritz das "2 Paris" war. Trotz unseres eher ungemütlichen Aufenthalt im Hafen stellte sich Nantes beim zweiten Eindruck als eine wunderschöne Stadt mit unglaublich vielen Sehenswürdigkeiten heraus, welche wir den kompletten restlichen Tag erkundeten. Erst gegen Abend kehrten wir zurück zu unseren Booten um unter den erschwerten Bedingungen von Ebbe und Flut einen Schlafplatz zu suchen. Glücklicherweise fanden wir diesen nach einigen suchen und der Abend wurde mit Chilli con Carne abgerundet. Das Ende unserer Reise erwartet uns und so genießen wir nun diese letzten Tage bevor wir Saint Nazaire erreichen.
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