"It's the power of love!"
Wenn du dir einen guten Song versauen lassen willst dann lass dich durch ihn um 5:30 wecken. Wir wollten diesmal diesen verdammten Gezeiten zuvorkommen und standen 1,5h vor Sonnenaufgang auf um beim hoechsten Wasserstand aufzubrechen und die Ebbe ganz auszunutzen. Wie sich die Boote im Laufe der Nacht und der Flut im Wasser verhakt haben ist die erste Frage des Tages. Kalt und dunkel. Wir beluden die Boote schnell und verabschiedeten uns schweren Herzens von unserem Klappstuhl den wir vor ca. 2 Wochen bei einer Umtragestelle gefunden und spontan mitgenommen hatten. Wir glitten aufs Wasser und ließen uns zwischen Nebelschwaden und Sonnenaufgang die Loire hinuntertreiben. Ein paar Croissants im Magen verabschiedeten wir uns vom Industriegebiet Nantes und naehrten uns einem Kohlekraftwerk. Faehren die von Saint Nazaire nach Nantes fahren kamen uns entgegen, wir packten zum ersten Mal die Spritzdecken aus und durchquerten die hoechsten Wellen der bisherigen Fahrt in dem dreckigsten Wasser der Fahrt. Graeulich, schwammig, aufgewuehlt. Nachdem wir das riesige Kohlekraftwerk passiert hatten oeffnete sich die Loire vollends bis auf 3 km Breite. In der Ferne sahen wir durch die dießige Wetterfront die Tuerme der Saint Nazairer Oelraffinerie und dem Hochseehafen. Da fuehlt man sich dann mit seinem 6m langen Faltboot ein bisschen fehl am Platz. Wir paddelten ausschließlich am linken Ufer, welches durch Steinaufschuettungen befestigt war, mit dem Ziel die Stadt Plmhmhoe (Wir wissen nich wie man es ausspricht und weigern uns es zu lernen. Einfach ein P und irgendein billibiges Gebrabbel anhaengen. Wahlweise auch "Baguette") zu erreichen. Waehrend der Ebbe legten wir nach einem Kampf durch das wellenschlagende MeerFlusswasser zwischen Fischerbooten an einem Steg an. Wenn die Gischt dem Faltbootfahrer ins Gesicht schlaegt dann schmeckt man Rost, Schlakke, Kohle und vorallem: Salz. Antons Vater hatte uns ja vor diesem Stueck gewarnt aber wir wollten nicht hoeren. In Puelmuhah erkundeten wir die Stadt in der am Mittwoch um halb 3, 90% aller Geschaefte zu hatten. Keine Pointe. Wir fanden schließlich ein tolles Restaurant in einem Park, setzten uns draußen hin und aßen Muscheln mit Pommes sowie Crep. Es war ein Fest. Am Campingplatz nebenan checkten wir ein, von der Tatsache ueberzeut dass es dort einen Pool gab. Ja. Einen Pool. Also Boote vorgefahren, ganz rausgezogen wegen Gezeiten, Zelt aufgebaut. Ein freundlicher Franzose verkaufte Anton sein 1 Mann-Zelt fuer 10€ da er es nicht mehr transportieren konnte. Paul und Anton testeten es aus und tauften es auf das "Sexzelt". Der Pool wurde genossen, Pommes wurden gegessen und es wurde Munchkin gespielt. Zu Abend aßen wir unseren Klassiker Thunfisch mit Nudlen. Wir befinden uns 13 km vor der Muendung. Die große Bruecke die ueber die Muendung fuehrt ist zu sehen, auf der anderen Flussseite liegen die Ozeanrießen vor Anker. Heute haben wir uns erholt, morgen kommt das große Finale: der letzte Tag auf dem Wasser.
Mittwoch, 17. August 2016
17.8/ Industrieabwasser mit Salzgeschmack - Der vorletzte Tag auf dem Wasser
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