Ebbe und Flut kennt jedes Kind und weiss auch gleichzeitig was es bedeutet wenn bei Ebbe eben das Wasser sinkt und bei Flut steigt. Auch Touristen die zum Beispiel auf der Loire Richtung Meer paddeln informieren sich vorher darüber. Doch nicht alle: Vier Germans leisten tapfer Widerstand gegen die Gezeiten.
Doch nun von Anfang an. Nach einer stürmischen Nacht erwachten wir an der Pornoküste und gönnten uns erstmal Baguette mit Käse (surprise). Die Ebbe hatte unsere Boote komplett ins Trockene verlagert, so dass wir erst einmal tragen mussten. Doch das war noch nichts im Vergleich zu später. Wir paddelten also so vor uns hin, hielten unterwegs um Wasser aufzufüllen und standen plötzlich vor der Entscheidung rechter oder linker Arm. Da der rechte Arm auf der Karte deutlich kürzer aussah, wählten wir also jenen, trotz des Mangels an Bojen. Zwar zeugte sich schon früh sehr schmale Durchgänge doch noch konnten wir passieren und die Route hatte einen abenteuerlichen Charme. Nach einer grösseren Stromschnellen wo das eine Boot schon baden ging (Mo & Paul), gab es dann kein vorbeikommen mehr. Wir mussten also wohl oder übel erst zurücktreideln und dann gegen die Strömung paddeln. Zu unserem Schrecken bemerkten wir, dass das Wasser immer weiter stieg.....
So wurden leider auch einige Säcke durchnässt. Wie wir später bemerkten, wurde unser komplettes Essen mit Tee durchgeweicht. Doch trotz all dieser Vorkomnisse und erneutem Umtragen schaffte wir es zurück um die Insel wieder auf den rechten Weg. Doch durch die Flut kam uns auch weiterhin die Strömung entgegen, so dass wir nicht mehr lange weiterpaddelten. Wir entdeckten eine eher suboptimale Stelle an einem Wanderweg, von wo sich die Jungs aufmachten um noch einen Supermarkt in der Nähe aufzusuchen, doch vergeblich..... Eine vermeintliche Abkürzung durch einen Sumpf entpuppte sich als Sackgasse in der Paul versank und nachdem er einen Schuh verloren hatte auch noch den zweiten wegwarf. "Ach scheiss drauf!" Barfuss ging es also weiter, aber der Supermarkt hatte schon früher als ausgeschrieben geschlossen. Alle Mühen umsonst? Von wegen! Sie entdeckten noch eonen Campingladen und Pommes als Snack zwischendurch. Währen diesen drei Stunden wartete Kathi vergeblich, versuchte die Jungs zu erreichen und verdaute sich schon selber. Im Dunklen bauten wir dann alle noch schnell das Zelt auf, kochten Reis mit Pesto, wobei uns zum erstenmal der Topf umfiel und wir so eine ordentliche Portion des seltenen Gewürzes Sandianer im Essen hatten. Besonders Anton genoss den knirschenden Gaumenschmaus. Wir bemerkten auch dass unsere Botte mittlerweile übereinander schräg an einem Steinhang hingen auf Grund der Ebbe und stellten deswegen den Wecker auf 6 Uhr um noch bei Flut wieder voranzukommen. Die Nacht war weniger herholsam Dank der vielen Tiere und frühen Wanderer aber irgendwie überstanden wir auch diese.
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