Dienstag, 23. August 2016

21.8/ Die Bahnhofsgammler

Der letzte Tag in Saint Nazaire begann mit dem finalen Packen unserer Bootssaecke  und dem Schmieren von riesigen Baquette-Sandwiches. Den Einkaufswagen hatten wir ueber Nacht in unserem Zimmer gelassen, wir beluden ihn neu packten alles ein und checkten aus ohne im Pool gewesen zu sein. Eigentlich eine Suende. Gut organisiert wie wir halt sind hatten wir ein Hotel nahe des Bahnhofes angelaufen so dass wir jetzt nur kurz zu diesem laufen mussten. Ein schnuckeliges Ding, eine Halle in der Groeße eines geraeumigen Wohnzimmers, 3 Sicherheitsleute, ein paar Gaeste und wir. Gute 9 Stunden lang. Das Hotel bat darum, dass wir um 11 auscheckten und unser Zug fuhr gegen 21.00. Durch das Gepaeck behindert verbrachten wir also den ganzen Tag in diesem Raum aber verdammt nochmal wir haben ihn voll ausgenutzt! Wassermelonen-Bowling, Großraumkochstudios, Wie-viel-Flyer-passen-in-Antons-T-Shirt, Umfallende Baenke, besorgte Sicherheitsleute und nervtoetende franzoesische Ansagen begleiteten uns durch den Tag. Es trug sich naemlich zu dass der A.A. a.k.a. Toni von Tone alias Anton seine beiden fetten Sandwiches im Hotel liegen gelassen hatte. Zum Glueck haben auch Sonntags in Frankreich viele Mini-Supermaerkte offen. Also kaufte er mit Paul alles nach und schmierte sich 2 neue. Unvorsichtigerweise behauptete er blind kochen zu koennen und musste das dann beim Brote schmieren waehrend Mo ihm die Augen zuhielt unter Beweis stellen. Die schreckliche Melodie vor den Bahnhofsansagen wurde von uns 4 schon nach wenigen Stunden fehlerfrei lauthals mitgesungen. Die anderen wartenden Fahrgaeste tanzten auf den Tischen. Eine Dame bekam einen Minuten-langen Lachanfall als Anton von der Bank fiel und diese mit umriss. Ab diesem Moment kochte der Saal! Wir brachten allen "Heippa, Heippa!" und "Leave her Johnny" bei und sangen und tanzten bis wir nicht mehr konnten. Die Bahnhofsmitarbeiter fragten uns alle 2 Stunden besorgt ob wir denn den Einkaufswagen mit IN den Zug nehmen wollten. Wir winkten ab. "Noooo!". Verdammt! Jetzt mussten wir das Ding auch noch entsorgen. Der Wagen wurde selbstverstaendlich die 3 km bis zu seinem Ursprungsort zurueckgeschoben. Dafuer koennen wir garantieren. Zwischen drinn ist Kathi dann noch schwanger geworden und es wurde ueber das amerikanische und deutsche Bildungssystem diskutiert. Dann stiegen wir endlich ein. Wir hatten eine unglaubliche Routine was das sekundenschnelle Verladen von Faltbooten betrifft an den Tag gelegt so dass wir nicht alle Fahrgaeste zur Weißglut trieben. In Nantes mussten wir wieder raus, ab hier ging es mit dem Buss weiter nach Paris. Um vom Bahnhof zum Buss zu kommen musste wieder ein Einkaufswagen ausgeliehen werden. Wir sahen das schoene Nantes, inklusive des Schloßes nochmal im Mondlicht. Es gab schon die Ueberlegung fuer das Tragen ein paar Prostituierte anzuheuern aber wir hatten es schon geschafft. Die Haltestelle war erreicht und der Wagen wurde auch dort selbstverstaendlich die komplette Strecke zurueckgebracht und aufgeraeumt. Der Buss erschien und wir erlebten eine ziemliche Schreck-Viertelstunde da die Fahrer das Gepaeck der anderen Gaeste wogen weil wir wussten, dass unser Gepaeck meilenweit ueber den Maßen und Gewicht war die erlaubt waren. Unser Plan war uns mit souveraen naivem Auftreten durchzuschmuggeln was perfekt gelang! Nach unserem Reisemotto: We arss sse Germans! Wurden im Gegensatz zu unseren rumaenischen Mitfahrern weder Persos noch Gepaeck kontrolliert. Nur Tickets zeigen, Gepaeck rein dafuer und abgehts! Wir fuhren die Nacht durch. Obwohl wir 9h in einem Bahnhof saßen zaehlt dieser Tag zu einem der unterhaltsamsten ueberhaupt.

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