11 Uhr morgens im Hotelzimmer in St. Nazaire. In Mos und Kathis Zimmer klingelt das Telefon: "Hello?" -"Baguette, fromage, merci, baguette, Salut, Sa va, Baguette." - "English please". Nach einer Weile verstehen die zwei dann, dass das Hotel nur nachfragen wollte, ob wir noch eine Nacht bleiben oder nicht. Na klar bleiben wir noch. Keiner von uns hat Lust für diese Nacht einen neuen Schlafplatz zu suchen bzw. bei diesem Regen das Gepäck wo anders hinzubringen. Wir wagen uns aber auf der Suche nach Croissants doch auf die Strasse, wobei Mo ohne Jacke und Paul ohne Jacke und ohne Schuhe unterwegs sind, da noch alles nass von der Kenteraktion ist. Nach einer Patisserie suchen wir vergeblich, finden aber ein kleines kitschiges Cafe alla Harry Potter, wo wir uns leckere Crepes bestellen. Unser Trinkgeld wollte die nette Kellnerin nur nicht annehmen, vorallem Paul sah ihr wohl zu verwahrlost und arm aus. Danach suchten wir die Aussichtsterrasse im Hafen auf, von wo man einen super Blick auf Poseidons-Fast-Grab und ein Kriegsschiff und U-Boot hatte. Nun aber los zum Strand, der auf Grund der Ebbe und des Regens nicht ganz so eindrucksvoll war, aber wir alle 5m auf ein Kriegsdenkmal stiessen. Da wir mittlerweile eh schon durchnässt waren, beschlossen wir gleich unser Bootsgepäck von Jemarcs Boot zu holen und ins Hotel zu bringen. Kaum fingen wir an die Sache ans Ufer zu stellen, hielt Jemarc persönlich mit seinem Auto und bot uns an uns plus Gepäck ins Hotel zu fahren. Ein willkommener Zufall! Soweit wir konnten verstauten wir alles in Mo und Kathis Zimmer und Kathi machte sich alleine auf den Weg beim jetzt eingebrochenen Sonnenschein die Stadt zu erkunden. Es stellte sich heraus, dass wir am Morgen schlichtweg in die falsche Richtung gelaufen sind und sich 20m in die andere Richtung Patisserie und Läden aneinanderreihten. Gegen frühen Abend wurde das Wetter noch besser und wir nutzten das Vordach vor unseren Fenstern als Platz zum nasse Sachen auslegen und als Küche. Dosenravioli auf einem Dach im Sonnenschein essen lässt es gleich stilvoll wirken. Nach der heutigen Chillerei und mässigen Aktivität setzten wir uns Abends noch an den Strand mit 'nem Eimer Sangria (Ok Scherz, nur eine Flasche Sangria und sonst noch normalen Wein). Nach einem netten Gespräch mit ein paar Besoffenen beschlossen wir den Strand entlang zu laufen und fanden schliesslich an der Spitze einer Landzunge einen Platz mit super Aussicht über das Meer und den Vollmond. Die tiefsinnigen Gespräche über den Zweck der EU bzw. andere politische Themen, wollten auch hier nicht aufhören. So wurde das ganze ein recht spassiger Abend, der mit der Gewissheit vor dem Einschlafen endete, dass wir noch eine Nacht in diesem Hotel chillen würden. Wenn wir uns da mal nicht täuschen...




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