Dienstag, 2. August 2016

Erster Tag und schon im Krankenhaus oder "Deutsches Blut fließt durch meine Adern"

Tja Freunde. Dieser Blogeintrag sollte eigentlich anders anfangen. Aber das Leben spielt eben, wie es spielt. Wenn wir auf dieser Reise eine Sache über Fernbusse gelernt haben, dann... Aber wir wollen von vorne beginnen:
Der Wecker war auf 8 Uhr gestellt aber Kathi war schon früher wach und weckte den Rest sanft aus dem mehr oder weniger süßen Schlummer.
Nach einem schönen Frühstück in unserem Hostel machten wir uns auf Paris zu erkunden. Da einige von uns noch nie in Paris waren, machten wir einmal die volle Runde "Paris Quick and dirty". Wir wanderten vom Triumphbogen über den Champs-Elysees zum Louvre, der leider geschlossen hatte.
Als wir an Notre-Dame ankamen, beschlossen wir bei 20 Grad und Nieselregen ein klassisches französisches Mittagessen mit Baguette und Brie einzulegen. Anton hatte es irgendwie fertiggebracht sich im gefährlichen Pariser Großstadtdschungel trotz langer Klamotten eine Zecke einzufangen. Praktischerweise befand sich direkt neben Notre-Dame eine Klinik, die Anton nun aufsuchte. Nach Blutdruckmessung, Kontrolle des Trommelfells und Desinfektion zog die fesche Arzthelferin dann auch endlich die Zecke und wir konnten unseren Trip fortsetzen. Der nächste Stopp war der Invalidendom, wo wir das Grab von Napoléon besichtigten. Als letzter Punkt der Tour stand der Eiffelturm im Programm, von wo aus es dann zurück zum Hostel ging. Trotz eines Stopps in einem sündhaft teuren Café waren wir alle todmüde als wir ankamen. Doch nach einer einstündigen Pause War Stimmung in der Truppe wieder besser und wir brachen frohen Mutes und viel zu früh zum Busbahnhof auf, nichtsahnend, welche Schrecken dort noch auf uns warten sollten.
Nachdem wir eine wunderbare Stunde im strömenden Regen gewartet hatten und der Busfahrer die Probleme mit seiner Tür gelöst hatte, sagte er uns irgendwas in die Richtung "Le Baguette Le nix auf Liste Le nix fahr mit". Da es offensichtlich niemand(!!!), der in diesem Land mit Touristen zu tun hat auch nur einen einzigen Brocken Englisch kann, waren wir gottfroh, dass ein Mitfahrer Englisch und Französisch sprach und übersetzen konnte. Nach einem zehnminütigen Telefonat durch die fetzigen Warteschleifen der flixbus-Hotline, stellte sich heraus dass unsere Tickets nicht verbucht wurden und wir nicht mitfahren konnten. Das verleitete selbst unsere sonst so liebe Kathi zum Ausspruch: "In meinen Adern fließt deutsches Blut und ich bin auf französischem Boden".  Lasst mich jetzt nicht auf dumme Gedanken kommen." Wir entschlossen uns dann dazu nicht das vereinte Europa aufs Spiel zu setzen und es bei Kritik am französischen Bildungswesen zu belassen. Flixbus würde uns aber die Reise nach Orleans per Zug oder ein Hotel in Paris für eine Nacht und Weiterfahrt am nächsten Tag. Obwohl der gutaussehende Typ der Reisegruppe ja energisch für das Hotel plädierte, mussten fuhren wir aus unerfindlichen Gründen doch nach Orleans. Pfff...
Nach einer wilden Hatz durch Paris, bei der uns u.a. ein adeliges Kamel mit dem Taxi bis zum Gare d'Austerlitz fuhr, fuhren wir im Zug nach Orleans, wo uns zum Glück ein Taxifahrer aufgabelte und zum Zeltplatz fuhr. Mit letzter Kraft bauten wir das Zelt auf und fielen in einen tiefen Schlummer. Was ein Tag.

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