Wer an diesem Tag schreckliche Bootsunfälle, verplante Busunternehmen oder Irrfahrten durch das Pariser Metrosystem erwartet wird heute leider enttäuscht sein, denn nach drei Tagen Stress pur hatten wir endlich den ersten entspannten Tag.
Nach einem langen und erholsamen Schlaf auf unserer gestern entdeckten Insel planten wir den Weg zu unserem nächsten Ziel: Vouvray, die Partnergemeinde von Randersacker. Durch die Kontakte von Moritz Nachbarin hatten wir dort nämlich die Möglichkeit am 07. dort zu nächtigen und unsere Sachen dort zu waschen oder gar mal zu duschen. Allerdings waren es bis dort noch ca. 100 km, was für diese Zeit eine beachtliche Strecke ist. Aus diesem Grund legten wir nach dem Frühstück bereits im Regen ab und fuhren bis zur Stadt Beaugency durch. Hier erwartete uns zuerst ein dringend benötigter Crêpe und eine Kirche zu der es eine sehr interessante Legende gibt.
Bei einem Wettstreit zwischen dem Architekten der Kirche und dem der Brücke, welcher denn nun schneller fertig sei, soll der Baumeister der Brücke sich den Teufel zu Hilfe geholt haben unter der Vorraussetzung dass er die Seele der ersten Person holen dürfe, welche die Brücke überquerte. Durch diese dämonische Unterstützung gewann der Brückenbauer und ließ, clever wie er war, zuerst eine Katze über die Brücke laufen. Somit war der Teufel zwar überlistet aber der Kirchenbaumeister stürzte sich allerdings nach dieser Schmach von seinem eigens gebauten Turm.
Doch ich schweife ab, denn beide dieser Bauten waren unglaublich schön anzusehen und machten diesen kurzen Besuch auf jeden Fall lohnenswert. Nach der Besichtigung gab es allerdings hier die erste schwierige Entscheidung zu treffen: durch einen schnellen und gefährlichen Bereich unter der Brücke, welche schließlich durch die Hand des Teufels gebaut wurde, oder das anstrengende Herumtragen um dieselbige? Bei dieser Wahl zwischen Skylla und Carybdis entschieden wir uns (gegen den Willen von Paul) für die sichere Variante und setzen so unsere Reise ohne Risse und gesunkene Boote fort.
Doch kurz vor Ende der Fahrt gabelte sich vor uns der Weg! Wohin nun also war die Frage. Nach 1 1/2 Stunden Podiumsdiskussion entschieden sich schließlich Paul Anton und Kathi für den rechten und somit auch richtigen Weg und wir legten schließlich an der Küste an und uns dort nach einem kleinen Lagerfeuer in unsere Schlafsäcke einzulullen. Morgen erwartet uns die Stadt Blois und noch eine ca. 30 km lange Flussfahrt also heißt es früh aufstehen, aber es wird schließlich alles gut solange wir wild sind...
Samstag, 6. August 2016
4.8/ Der erste ruhige Tag
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